Eindrücke vom Adobe Summit 2014

Auch heuer fand wieder der Adobe Summit – laut Adobe Angaben DIE Konferenz für Digital Marketing – mit 3800 Teilnehmern aus 48 Ländern , im ICC ExCel in London statt. Als Business Premium Plus Partner von Adobe begann für uns das Programm bereits einen Tag vor dem offiziellen Summit, am Dienstag mit einem ausgedehnten Partner Briefing. Wie der Titel es bereits verrät nutzt Adobe diesen Tag um Agenturen und Implementierungspartnern einen Einblick in die eigene Vision zu geben und Neuerungen bei den verschiedenen Zusammenarbeitsmodellen zu erläutern.

Das “Schmankerl“ war für uns an diesem Tag jedoch das Abendprogramm. Das von von uns Co-gesponsorte Regional Dinner für Anwender aus dem DACH-Raum fand in legerer Atmosphäre direkt vor der Tower Bridge statt. Das super Ambiente und die spannenden teilnehmenden Unternehmen aus allen Branchen sorgten hier für einen gelungenen Abend.

Peter Schmidt – Head of Adobe EMEA – hielt eine kurze Rede, bevor das Event und Networking richtig losgehen konnte:  Wir konnten uns mit vielen Kunden, Partnern und Mitbewerbern austauschen. Und damit das eigentliche Event am nächsten Tag auch voller Elan gestartet werden konnte, hatte das Namics-Management eigenhändig für ein kleines Spezial-Give-Away gesorgt, das grossen Anklang fand.

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Am Mittwoch startete der Summit dann offiziell, also auch für (aktuelle wie potenzielle) Endkunden und Anwender der Adobe Marketing Cloud. Die Adobe-Keynote eröffnete traditionell mit einer Kombination aus ihrem Marktverständnis (vor allem dem Hinweis auf sich rapide ändernde und gestiegene Anforderungen der Endkunden), ihren bestehenden Lösungen und ihrer Vision für die Zukunft. Die Keynote wurde durch zahlreiche hochrangige Adobe Vertreter, wie CEO Shantanu Narayen aber auch dem uns gut bekannten  David Nüscheler professionell vorgetragen und teils live am Besipiel der Adobe Marketing Cloud demonstriert.


Somit nutze Adobe gleich zu Beginn die Möglichkeit zur Positionierung Ihrer Lösungen. Durch weitere Zukäufe im vergangenen Jahr, unter denen die Kampagnenmanagement-Software (ehemals Neolane, jetzt Adobe Campaign) sicher als am interessantesten (relevantesten) eingestuft werden kann, stellt sich Adobe im Bereich Digital Marketing derzeit mit 6 Lösungen auf:

  • Analytics für tiefgehende Web-Analytics,
  • Campaign, die neue Kampagnenmanagement Software,
  • Experience Manager, das klassische CMS,
  • Media Optimizer für Werbeplanung und Werbe-Ausgaben-Managment,
  • Social, zur Analyse, Planung und Verwaltung aller Social Aktivitäten und
  • Target für Testing und Direct Marketing.

Die sechs Lösungen werden von Adobe selbst nicht hierarchisch, sondern als gleichwertig betrachtet. Hierbei stellt Adobe weiterhin das Ziel der Integration der einzelnen Lösungen miteinander und zu Drittapplikationen (z.B. CRM- oder Commerce-Systemen) in den Mittelpunkt. Als zentrale Aspekte für das gelingen dieser Integration wurden (unserer Wahrnehmung nach) auf dem Summit von Adobe zwei Themen zentral positioniert, Master Marketing Management Profile und Dynamic Tag Management.

  • Das Master Marketing Management Profile (im Audience Manager) ist als Quasi-CRM Funktionalität innerhalb der Marketing Cloud zu verstehen. Das Ziel ist es jedem Webseiten-, oder App-Besucher somit eine eigene ID für alle Cloud Services zuweisen zu können und von einer generellen “Audience” (also einem Segment) hin zum bekannten, Besucher zu gelangen der dann mit persönlicher, ortsbezogener Message bespielt werden kann. Somit sollen z.B. auf einem Device abgebrochene Check-out Prozesse später an einem anderen Device fortgesetzt werden können.

  • Für das zentrale Verwalten und Deployen von Tags wurde der Dynamic Tag Manager vorgestellt, den zukünftig jeder Adobe Kunde wohl frei von Lizenzgebühren verwenden kann (und soll). Dieser soll das einfache Implementieren, Konfigurieren und Ergänzen von vielzähligen Webanalyse Tracking Scripten und von Conversion- oder Retargeting-Tags durch den Einsatz von Tag-Containern ermöglichen. Somit werden die Implementierungsaufwände auf den einzelnen Seiten überschaubarer und weniger fehleranfällig.

Im weiteren Verlauf des Tages gab es allerhand spannende Vorträge zu sehen, insgesamt gab es an beiden Tagen knapp 100 sogenannte “breakout sessions” an denen Adobe Lösungen tiefer erläutert wurden, Kundenbeispiele vorgestellt wurden, aber auch komplett nicht-technische, methodische Themen diskutiert werden konnten. Das Expogeläde bot zudem reichlich Gelegenheit für Fachdiskussionen und zum allgemeinen Austausch.

Der Donnerstag eröffnete erneut mit einer an die Allgemeinheit gerichteten Keynote, allerdings diesmal ohne Bezug auf Adobe Lösungen, sondern die Themen Mensch und Prozess in den Mittelpunkt stellend. Im Weiteren Verlauf des Tages gab es auch wieder ein volles Programm an breakout sessions und zum Abschluss am Nachmittag eine gewohnt nicht ganz ernst gemeinte „sneak“ hinter die Kulissen der Softwareentwicklung in den Adobe Lab.

Auffällig: Das Thema Mobile

Auch wenn Adobe den Summit natürlich nutzte ihren neuesten Zukauf Campaign vorzustellen, fiel uns auf der Veranstaltung auch das Thema Mobile positiv auf. Mobile stellt im Rahmen der Adobe Marketing Cloud eine Meta Ebene dar, d.h. Adobe bietet keine dedizierte Mobile Solution an, sondern sogenannte “Mobile Services” welche in jeder der 6 Solutions eine mehr oder minder grosse Rolle spielen. Sozusagen als Proof of Concept wurde eine Summit-App gelauncht, die auch von nahezu allen 3800 Teilnehmern genutzt wurde. In dieser war das Programm abgelegt, man konnte favorisierte Sessions markieren und direkt im Anschluss an die Sessions die Bewertung von Speaker und Präsentation vornehmen, sich die Wegbeschreibungen zum nächsten Vortrag anzeigen lassen, etc. Ein für uns spannender Aspekt lag jedoch in den Logiken hinter der App. Durch die Verwendung von iBeacons wurde man z.B. persönlich erkannt wenn man sich einem Adobe Stand näherte und mit “Hello Thomas, how can I help you” begrüsst. Zudem nutze Adobe die App um zahlreiche “personalisierte” Nachrichten zu übermitteln. Personalisierung darf an dieser Stelle jedoch nicht überbewertet werden, denn es wurden nicht wirklich persönliche Bedürfnisse angesprochen, sondern eher zu erkennen gegeben, dass man weiss wer der Kunde generell ist und für was er sich gerade an Ort und Stelle interessiert. Zum Beispiel erhielt man nach seiner Registrierung nochmals eine personalisierte push-notification aus der App, oder während der Keynote nochmals eine aus Campaign generierte Mail, wobei man nochmals daran erinnert wurde, dass das Wetter zu Hause eh gerade nicht so toll ist und man dort nichts verpasst und am Ende des “langen Tages” kam direkt die Einladung auf die Summit Party zu kommen als man gerade dabei war das Gebäude zu verlassen.

  

Wie man solche Mobile Experiences zukünftig mit der Adobe Marketing Cloud umsetzen kann wurde dann in den einzelnen breakout sessions vertieft. Hierbei wurde nochmals deutlich, dass auch auf dem Mobile der Mehrwert zukünftig durch das reibungslose Zusammenspiel der Lösungen entstehen soll. So wurde z.B. gezeigt, wie man, nachdem man im Analytics eine neue Audience (also einer Zielgruppe, bzw. eines Segment) erkannt hat, diese Audience direkt auf bestehende Kampagnen (aus dem Campaign) mappen sollte, z.B. indem weitere Points of Intrest für eine Audience angelegt werden und mit zugehörigen Teaser (mittels Adobe Target) verknüpft werden. Alle Assest sollten hierbei natürlich weiter im zentralen DAM liegen und das was der Kunde letztlich zu Gesicht bekommt wird weiter durch die Autoren im AEM erstellt.

Abschliessendes Fazit

Insgesamt war der Adobe Summit eine gelungene Veranstaltung. Dass Adobe als Anbieter von Lösungen für das Marketing auch selbst sehr gutes Marketing betreiben kann war uns aus den vergangen Summits weitreichend bekannt und die ca. 50m breite und 20m hohe Bühne macht nach wie vor Eindruck. Die Veranstaltung ist sehr professionell organisiert und durchgetaktet und das Wlan erträgt die ca. 10.000 eingeloggten Geräte ohne erwähnenswerte Probleme. Und trotzdem: Da die meisten Teilnehmer “returning visitors” sind haben sich auch heuer die meisten gefragt, wie viel des Gezeigten bereits ausgereift und einsetzbar sein dürfte. Als abschliessendes Fazit kann man hier sicher sagen, dass trotz eventueller Beeinträchtigung durch das gelungene (Event-) Marketing auch die Lösungen der Adobe Marketing Cloud merklich gereift scheinen. Die Integrationsbemühungen werden durch Querschnittsangebote wie Master Marketing Management Profile, Dynamic Tag Management oder Adobe Mobile Services direkt sichtbar und verwendbar und einige Anwender konnten dies bereits an sehr viel versprechenden Beispielen aufzeigen.

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Über Thomas Walter

Thomas graduated as Dipl. Ing. in mechanical engineering and economics from the Technical University of Darmstadt, Germany. Along the way he started working for Deutsche Lufthansa AG in several IT related positions. In his last role, he was an IT-consultant for Lufthansa Systems Business Solutions in Basel, Switzerland. Subsequently, Thomas worked for the University of St. Gallen, Switzerland and the City University of Hong Kong, Hongkong as project manager and lecturer. He graduated as Dr. oec. from the University of St. Gallen in 2012. Thomas joined Namics AG in St. Gallen, Switzerland as senior consultant in 2013. He is an expert and well-versed speaker in the fields of mobile business, digital marketing or data mining. Thomas authored numerous academic and technical publications and recently co-authored the textbook “Mobile Business”. Besides, he teaches “Internet Economics” at the University of St. Gallen. Thomas is a certified SCAE Barista and also a passionate cyclist.

2 Gedanken zu “Eindrücke vom Adobe Summit 2014

  1. Pingback: Namics am Adobe EMEA Summit – Namics Weblog

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