AEM 6 Upgrade – Was Sie beachten sollten

Kürzlich haben wir für einen Kunden erfolgreich ein Upgrade von CQ 5.3 auf Adobe AEM 6 durchgeführt. Mit diesem Erfahrungsbericht geben wir Ihnen einen Einblick, welche Gründe für ein Upgrade sprechen können und wie wir in einem konkreten Projekt vorgegangen sind.
 
Upgrade CQ5 auf AEM 6

Erst planen, dann handeln

Da es sich bei einem CMS um eine geschäftskritische, an kundenspezifische Bedürfnisse angepasste Unternehmenssoftware mit vielen Betroffenen und Beteiligten handelt muss man Veränderungen daran fundiert abklären und vorsichtig durchführen. Ich empfehle deshalb, vor der Projekt-Initiierung Kosten und Nutzen abzuwägen und – falls Sie sich dann für ein Upgrade entscheiden – auf ein erfahrenes Team und einen bewährten Vorgehensplan zu setzen.
 

Nutzen

Der Nutzen aus dem Upgrade summiert sich aus einer Vielzahl kleiner Vorteile. Im Idealfall gibt es solche Vorteile sowohl auf der Benutzerseite als auch im Betrieb.
  • Benutzerseitig: Funktionen, die von internen Anspruchsgruppen gewünscht werden oder neue Möglichkeiten eröffnen. Neuerungen im Fall von AEM 6 (vs. CQ5) sind z.B. das neue Autoren-Interface, der verbesserte Multi-Channel Support und die verbesserte Integration mit weiteren Adobe Produkten, um nur einige zu nennen.
  • Betrieb: Vor allem “Minor” und “Maintenance“ Versionen bringen fast immer Verbesserungen hinsichtlich Performance und Stabilität mit sich. Speziell bei AEM 6 ist neu ein Monitoring-Dashboard und bessere Skalierbarkeit dank CRX3 dabei – und vieles mehr.
Gibt es keine unmittelbar erkennbare Vorteile für die Anwender oder den Betrieb können dennoch langfristige Überlegungen für ein Upgrade sprechen. Es bringt nämlich Vorteile mit sich, häufige kleinere Release-Wechsel zu machen und somit die aktuellste Version im Einsatz zu haben, anstatt Releases zu überspringen. Denn:
  • Kleinere Release-Wechsel sind in der Regel weniger risikoreich
  • Wenn sowieso kleinere Anpassungen und Bereinigung durchgeführt werden sollen, lässt sich dies im gleichen Roll-out erledigen
  • Da man näher am aktuellen Release ist kann man schneller reagieren, wenn mit einer neuen Version wichtige Neuerungen eingeführt werden, von denen man schnell profitieren möchte

Kosten

Für die meisten Adobe Kunden fallen für die Software selbst keine Zusatzkosten an, da dies mit der jährlichen Support-Gebühr inbegriffen ist.
Für die Durchführung des Upgrades werden Sie in den meisten Fällen Spezialisten hinzuziehen müssen. Am naheliegendsten ist es, wenn Sie bei Ihrem bestehenden Implementierungspartner eine Offerte einholen.
 
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Vorgehen

Es gibt grundsätzlich zwei Vorgehensweisen, wie das Upgrade technisch durchgeführt wird:
  • Variante 1: Bestehende Software aktualisieren
    Hier aktualisiert man die aktuelle Implementierung gemäss Update-Anleitung von Adobe und führt danach Anpassungen an den Bestandteilen durch, die mit der neuen Version nicht mehr kompatibel sind.
  • Variante 2: Software frisch installieren
    Es wird eine komplett neue Instanz aufgesetzt und die kundenspezifischen Anpassungen paketweise übernommen. Dadurch ergibt sich die Gelegenheit, nicht mehr benötigte Funktionen zu entfernen und den Code auf aktuelle Implementations-Techniken von Adobe zu aktualisieren. Ganz zum Schluss wird dann der Inhalt auf die neue Plattform kopiert.
Welche der beiden Varianten besser geeignet ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Beeinflussende Faktoren sind z.B. Eigenheiten und Umfang der Kunden-Implementation, Art der Änderungen zwischen den AEM Versionen, Allgemeiner Zustand des Repositories, Nutzungsintensität etc.
 

Erfahrungsbericht

Wir haben kürzlich für einen Kunden eine Migration von CQ 5.3 auf Adobe AEM 6.0 durchgeführt und sind nach Variante 2 vorgegangen. Im Projekt haben wir grob die folgenden Schritte durchgeführt:
  1. In einer kurzen Analyse-Phase haben wir zusammen mit dem Kunden bestimmt, welche Elemente pro Paket (z.B. Templates und Komponenten) noch aktiv genutzt werden und somit übernommen werden sollen.
  2. Wir haben abgewogen, welche Codebestandteile überarbeitet und an neue AEM-Technologien angepasst werden sollten, und welche 1:1 übernommen werden können (z.B. setzt der Kunde die neue Templating-Sprache “Sightly” ein, verwendet aber weiterhin die klassische und bereits geschulte Benutzeroberfläche “Classic UI”).
  3. Parallel zur bestehenden Infrastruktur haben wir einen neue Entwicklungs- und Testumgebung eingerichtet um unabhängig vom produktiven System arbeiten zu können.
  4. Im Hauptteil des Projekts haben wir die neue Instanz installiert und schrittweise die kundenspezifischen Anpassungen übernommen und bei Bedarf überarbeitet.
  5. Der Kunde hat das neue System getestet und abgenommen.
  6. Wir haben die neue AEM Installation für den Go-Live eingerichtet, den Inhalt kopiert und schliesslich die Umstellung auf die neuen Instanzen begleitet.
Die Erfahrungen mit diesem Vorgehen waren positiv und ich würde es für Kunden mit gleicher Ausgangslage sehr empfehlen.
 

Fazit

  1. Wenn eine neue Version von Adobe AEM erscheint sollten Sie immer prüfen, ob sie Neuerungen enthält, die für Ihr Unternehmen von Nutzen sind. Verpassen Sie keine (auf den ersten Blick möglicherweise uninteressant scheinende) Releases, lassen Sie aber auch nicht blindlings Upgrades durchführen.
  2. Mit einem strukturierten und erprobten Vorgehen sowie einem erfahrenen Projekt-Team können Sie ein Upgrade auf eine neue Version wie z.B. AEM 6 mit einem guten Gefühl angehen.

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